Regie Kommentar
Im Dezember 2012 wurde eine junge indische Studentin in Delhi brutal vergewaltigt und starb an den Folgen ihrer Verletzungen.
Mit dem Film „Where to, Miss?“ wollte ich meiner Frage nachgehen, warum es so schwierig ist für indische Frauen sich aus den gesellschaftlichen Strukturen zu befreien.
Ich suchte nach einer Frau, die mutig für ihr selbstbestimmtes Leben kämpft – und fand Devki, die Taxifahrerin.
Bei den Dreharbeiten mussten wir jedoch lernen wie tief sitzend das Männer- und Frauenbild in den Köpfen der indischen Bevölkerung tatsächlich verankert ist. Es braucht große Opfer um neue Wege zu beschreiten. Eigene Entscheidungen zu treffen hieß in Devkis Fall für unbestimmte Zeit aus der Familie ausgestoßen zu werden – und das in einem Land, in dem die Familie der einzige Rückhalt ist. In einem Land in dem es keinen Staat gibt, der einem in jeder Situation unter die Arme greift.
Selbstbestimmt zu leben, also den Mann zu heiraten den man liebt oder den Beruf auszuüben, den man möchte, würde in vielen Fällen bedeuten am Rande der Existenz zu stehen, vor dem Nichts.
Mein Ziel ist es anhand des Mikrokosmos unserer Protagonistin Devki gesellschaftliche Strukturen aufzuzeigen. Ich möchte versuchen ein Verständnis zu erzeugen für die Frauen, die es nicht schaffen und denjenigen Mut machen, die den Kampf aufnehmen.



